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Gitarre Solo

Gitarre Solo - ist das denn Kammermusik?

Im Musikstudium wurde unterschieden zwischen Einzelunterricht am Instrument und Kammermusikunterricht als Unterricht für gemeinsames Musiziere. In dieser Definition wäre ein Solorezital für Gitarre also keine Kammermusik. In der Konzert- und Radiowelt sind die Begrifflichkeiten jedoch anders. Hier geht es eher um Publikums- und Raumgrößen, Lautstärke und Publikumsinteressen. Hier wird sich die Sologitarre wohl zur Kammermusik gesellen.

Klassische Gitarre - wo fängt das an, wo hört es auf?

Wenn ich sage, ich bin Klassische Gitarristin bekomme ich oft ein fragendes Gesicht, das sich langsam aufhellt. Dann höre ich etwas wie "Ah, Du spielst Flamenco, oder?". Diese Antwort ist mir noch am liebsten. Hier kann ich recht einfach und direkt die Vorstellungen zurecht rücken. Manchmal muss ich aber weiter ausholen. So zum Beispiel, wenn sich offenbar die Vorstellung von romatischem Lagerfeuerschrammeln oder Volksmusik oder Liedbegleitung zum eigenen Gesang gebildet hat. Oft besteht noch nicht mal der geringste Zweifel daran, dass diese Vorstellung falsch ist. Das große Fragezeichen ist nur, wie das ein Beruf sein kann. Darum höre ich dann: "... und was machen Sie beruflich?"

Es scheint, als war dieses Bild der Klassischen Gitarre in der breiten Masse zu keiner Zeit wirklich anders. Wenn man in die Literatur sieht, so findet man die Gitarre immer dort, wo es um Volksmusik, Schrammeln und angeheiterten Gesang geht. Was damit aber auch ausgedrückt wird, ist dass eine Stärke der Gitarre im persönlichen und intimen Zwiegespräch liegt.

Also was ist nun Klassische Gitarre?

Genau genommen ist das wirklich schwer zu sagen. Ich will es so versuchen:

  • Klassische Gitarristen interpretieren Kompositionen "ernster" Komponisten. Es geht also nicht um die sogenannte U-Musik, selbst wenn im Repertoire der Klassischen Gitarre an vielen Stellen eine große Nähe zur U-Musik zu finden ist. Es gibt Einflüsse von regionaler Volksmusik, Jazz und Flamenco, jedoch ohne dass die Musik dadurch zu Volksmusik, Jazz oder Flamenco wird. Wenn sich beispielsweise Brahms bei Ungarischen Tänzen inspiriert und sein Werk auch so benennt, so wird es dennoch kaum als U-Musik und Volksmusik eingestuft. Ich sehe das für die Gitarre ganz ähnlich. Nur unsere Komponisten sind nicht immer so bekannt wie Brahms.
  • Klassische Gitarre wird auf Nylonsaiten mit einer bestimmten Technik gespielt. Hierfür benutzen wir Finger und fein gefeilte Fingernägel und sonst keine Hilfsmittel (außer der Komponist fordert dies). Es geht bei der Technik um Klangfülle, Klangvielfalt und -farbigkeit, Artikulation, Mehrstimmigkeit und um enorme Flexibilität. Die Technik muss es uns möglich machen, Stücke von Johann Sebastian Bach ebenso überzeugend zu interpretieren, wie solche, die dem Flamenco nahe stehen. Klassik von Carulli über Sor und Giuliani, Romantik mit verschiedenen Landesstilen bei Tarrega, Mertz und Legniani und Modernes mit Jazzigem und Effektvollem bis hin zum Expressiven bei Henzes Mad Lady Macbeth. Alles muss möglich sein.
  • Ein klassischer Gitarrist hat im Idealfall früh als Kind begonnen, Klassische Gitarrentechnik zu lernen und dann an einer Musikhochschule Klassische Gitarre studiert. Dabei zählt der Studiengang "Klassische Gitarre" an Musikhochschulen in Deutschland zu den Elitestudiengängen: Er ist wie jedes klassische Musikstudium streng zugangsbeschränkt (Anzahl der Plätze und Aufnahmeprüfung in mehreren Fächern, sowie im Instrumentalspiel). Das Hauptinstrument wird im Einzelunterricht gelehrt: ein Professor - ein Student... hier wird nicht gespielt, sondern hart gearbeitet - damit man lernt, wie es spielerisch klingt und wirkt, auch wenn es noch so schwer ist.
  • Ein Gitarrist mit Klassischer Ausbildung sucht sich ein Repertoire und erarbeitet es. Dieses wird dann dargeboten, wobei Improvisation nur dort existiert, wo diese in der niedergeschriebenen Komposition vorgeschrieben ist. Das ist also nicht viel anders als bei einem Pianisten. Ein Soloabend mit Klassischer Gitarre ist daher vom Ablauf nicht viel anders als ein Soloabend mit Klavier - nur eben instrumentenbedingt etwas intimer und leiser.

Was erwartet mich in einem Solo-Konzert?

Ich biete verschiedenste Repertoirezusammenstellungen an, die ich an den Ort, das Zielpublikum und den Rahmen anpasse:

  • Regionale Themenkonzerte,
  • Musikcharakter /-gattungs Themenkonzerte
  • Eine Reise durch die Musikgeschichte, oder Fokus auf eine bestimmte Zeit
  • Portrait oder Gegenüberstellung eines oder mehrerer Komponisten
  • Stimmungsbilder - angepasst an die Stimmung des Ortes, der Tages- und Jahreszeit

Bei all dem möchte ich mit meinen Interpretationen etwas erzählen und das Publikum in die Musik einladen. Ein Konzert ist ein Zwiegespräch der Stimmungen zwischen Publikum und dem Musiker mit seinem Instrument. Ohne dies wären Sie ja mit einer CD-Wiedergabe oder ihrem Mp3 Player besser bedient. Ich mag es lebendig, stimmungsvoll und publikumsnah.

Wo ist der Reiz des Solorezitals zu den anderen Kammermusikformen?

Ein Solorezital wird von allen Konzertformen den Musiker mit seiner Perönlichkeit am meisten in den Fokus rücken. Selbst wenn es dem Musiker - wie mir - eigentlich nur um die Musik und nicht um die Selbstdarstellung geht, wird hier doch die größte Freiheit für die Interpretation gegeben sein. Alles kann und darf im Moment entstehen. Es wird ein tiefer Einblick gegeben, wie der Musiker die Musik im Innersten erlebt und empfindet. Ist der Musiker empfänglich für die Stimmung im Publikum, so wird sich dies sehr unmittelbar in der Musik manifestieren können.

Natürlich ist ein Solorezital auch die perfekte Bühne für Virtuosentum und Selbstdarstellung - jeder eben nach seinem Stil und Charakter.

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